Karton

 

Soweit überliefert, wurde das erste Papier um 105 n. Chr. in China hergestellt. Den Grundstoff bildeten dabei Zellstofffasern aus Flachs, Baumwolle und anderen Pflanzen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele weitere Rohmaterialien verwendet. Wurde früher noch jeder Bogen einzeln in mühseligem Handbetrieb hergestellt, so ermöglichte die industrielle Revolution die kontinuierliche Produktion großer Mengen bis hin zur hochmodernen rechnergestützten Prozesssteuerung.

Im wesentlichen ist das Prinzip der Papier- und Kartonherstellung jedoch bis heute gleich geblieben. Das Rohmaterial für Papier wird nach wie vor aus Zellstofffasern erzeugt, die man aus natürlichen, erneuerbaren Rohstoffen gewinnt. Die Papierbahn oder der Papierbogen weist auch heute noch die Grundstruktur eines ineinander verflochtenen Fasernetzwerkes auf. Das Herstellungsverfahren beginnt noch heute mit einer hochverdünnten Fasersuspension in Wasser, der anschließend der Großteil des Wassers durch Drainage und Verdampfung entzogen wird.

 

 Quelle: www.faszination-faltschachtel.de

Faltschachteln sind grundsätzlich aus Karton hergestellt, genauer gesagt aus Faltschachtelkarton‚ dem Oberbegriff für alle Kartonsorten, die sich aufgrund ihrer Falz-, Rill und Ritzfähigkeit und ihrer Bedruckbarkeit zur Herstellung von Faltschachteln eignen.

 

Begriffsbestimmung und Aufbau von Faltschachtelkarton

Definitionsmäßig gibt es keine klare Unterscheidung zwischen Karton und Faltschachtelkarton.

Beschreibung:

"Flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Werkstoff, der hinsichtlich des Flächengewichtes (150 - 600 g/m2) sowohl in das Gebiet der Papiere als auch in das der Pappen hineinreicht. Er ist steifer als Papier und wird im Allgemeinen aus hochwertigeren Stoffen hergestellt als Pappe. Karton wird als endlose Bahn gefertigt“.

Die Differenzierung zwischen Karton und Pappe ist nur im deutschen Sprachgebrauch üblich, und die Bezeichnung “Karton“ sollte niemals für “Schachtel“ verwendet werden.

Mit der Definition von Karton wurde in erster Linie eine Abgrenzung zu Papier und Pappen geschaffen. Karton unterscheidet sich also von Papier und Pappe in erster Linie durch seinen zwischen diesen liegenden Flächengewichtsbereich.

Die Grenzen sind allerdings sehr gleitend, wie aus der Definition für Papier nach DIN 55405 hervorgeht:  

“Flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Werkstoff, der durch Entwässerung einer Faserstoff-Aufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird. Dabei entsteht ein Faserfilz, der anschließend verdichtet und getrocknet wird. Das Flächengewicht beträgt im allgemeinem bis zu 150 g/m², kann aber in Sonderfällen auch größer sein (5. auch Karton)“.

Auch im oberen Flächengewichtsbereich von Karton sind die Grenzen fließend. So werden als “Pappen“ Maschinenpappen meist dann bezeichnet, wenn sie aus qualitativ einfachen Rohstoffen bestehen und ein Flächengewicht von über 600 g/m² besitzen.

Typisches Merkmal von Faltschachtelkarton ist jedoch seine Mehrlagigkeit, womit zum Ausdruck gebracht wird, dass er aus mehreren verschiedenartigen Faserstofflagen aufgebaut ist. Folgerichtig spricht man von vorderseitiger Decklage, Zwischenlage (Schonschicht), Einlage und rückseitiger Decklage. Das sind die durch DIN 6730 festgelegten Begriffe. Im Sprachgebrauch der Faltschachtelindustrie wird die vorderseitige Decklage auch kurz Vorderseite oder Decke genannt, sie ist die äußere Faserstoffbahn, die bei gestrichenen Kartonsorten den Strich trägt. Zur Kartonmitte hin folgt die Zwischenlage, die auch Schonschicht genannt wird. Sie soll verhindern, dass die meistens nicht weiße Einlage durch die vorderseitige Decklage hindurch scheint. Die Zwischenlage (oder Schonschicht) wird deshalb so genannt, weil sie zwischen vorderseitiger Decklage und Einlage liegt. Die Einlage ist die dickste Lage im Faltschachtelkarton. Sie besteht aus mehreren aufeinander gegautschten Lagen gleichen Materials, meist aus billigem Altstoff. Die rückseitige Decklage - kurz Rückseite genannt - ist normalerweise aus hochwertigerem Material als die Einlage, um den Faltschachtelkarton Festigkeit und auch der Rückseite, besonders bei Lebensmittelverpackungen, ein ansprechendes Aussehen zu geben.

 

Das Dickenverhältnis der einzelnen Faserstoffbahnen zueinander beträgt etwa  

Vorderseitige Decklage und Zwischenlage

25 %  

Einlage 

55 %  

Rückseitige Decklage  

20 %  

Bei gestrichenen Kartonsorten trägt die Decklage einen Strich aus Pigmenten und Bindemitteln, der in erster Linie die Bedruckbarkeitseigenschaften des Kartons verbessern soll. Je nach Kartonsorten und Qualität werden die Dicke und Zusammensetzung der einzelnen Kartonlagen variiert. Bevor wir jedoch auf die einzelnen Kartonsorten eingehen, werden die Roh- und Hilfsstoffe von Faltschachtelkarton und dessen Herstellung behandelt.  

Beispiel eines GC1-Kartons:

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © 2005 Peter Schmid - Wissenschaftliche Beratung
Stand: 16. Januar 2010